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Top-Frauen live - Elisa Klapheck | Top-Frauen live - Elisa Klapheck |
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In der Vortragsreihe „Top-Frauen live“ im Frankfurter Presseclub präsentierte der BPW Club Frankfurt am 3. Februar 2010 Elisa Klapheck, eine von nur drei Rabbinerinnen in Deutschland. Die Moderation lag bei Erika Romero, Mitglied des BPW Clubs Frankfurt a.M.
Zunächst schilderte die Referentin ihre Jugend. Elisa Klapheck ist Tochter einer jüdischen Mutter aus Holland und des deutschen nichtjüdischen Surrealisten Konrad Klapheck. Sie wuchs in den Niederlanden und Düsseldorf als deutsche Jüdin auf, wurde nicht ernsthaft religiös erzogen und wollte, weil sie als Jugendliche Atheistin war, sogar aus der Gemeinde austreten. Ihr Vater ließ das nicht zu und hielt ihr entgegen:: „Wenn dir etwas am Judentum nicht gefällt, musst du es von innen heraus ändern.“ Heute verstehe sie, was ihr Vater gemeint habe. In Berlin studierte sie Politologie, versuchte es auch mit Jura, merkte aber bald, dass etwas fehlte, etwas, was im Studium nicht zu erlernen war, sozusagen ein geistiges Fundament, auf dem sie eigenständig weiterdenken konnte. Daraufhin begann sie, mit drei jüdischen Freundinnen die Bibel auf Hebräisch zu lesen, gemeinsam die Texte zu interpretieren und auch für sich selbst zu kommentieren. Später folgte noch das Studium der Judaistik. Sie war zunächst Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde, arbeitete als politische Journalistin für Zeitungen wie den Berliner Tagesspiegel und die taz, verfasste Reportagen für Radio- und Fernsehsender. Schließlich wurde sie Chefredakteurin des Gemeindeblattes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
Ihr Lebensthema laute „Immer wieder zurück nach Deutschland“. Anknüpfend an das Denken und Handeln des politischen Judentums in Deutschland vor der Schoa habe sie ihre Aufgabe darin erkannt, ohne sich als Opfer zu sehen, ethische Standards ihrer Religion mutig und stark in der Gegenwart umzusetzen. Als die Mauer fiel, wurde ihr klar, dass sie als deutsche Jüdin und emanzipierte Frau dazu beitragen wolle, dass ein modernes, europäisches Judentum entstehe. So habe sich auch der Kreis zwischen Politologie und Tora geschlossen.
Ein Berliner Kantor habe sie unterrichtet, wie man öffentlich aus der Tora vorsingt und den Gottesdienst leitet. Danach sei alles sehr schnell gegangen. Irgendwann sah sie sich in einem Traum als Rabbinerin. Das Bild habe sie regelrecht überrumpelt und zugleich mit überwältigender Energie aufgeladen. Doch noch dachte sie nicht daran, selbst Rabbinerin zu werden. Im Mai 1999 gründete sie in Berlin zusammen mit zwei Freundinnen die internationale Konferenz Bet Debora für Rabbinerinnen, Kantorinnen und jüdische Gelehrte. Zusammen erlebten sie das neue Judentum samt Gleichberechtigung der Frau. Seitdem setzt sich Elisa Klapheck intensiv für die Erneuerung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa ein.
Im Januar 2004 wurde sie nach fünfjähriger Ausbildung in den USA zur Rabbinerin ordiniert. Sie war bis vor kurzem Rabbinerin einer liberalen Gemeinde in Amsterdam. Seit Mai 2009 ist sie Rabbinerin der liberalen Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, und damit die dritte Rabbinerin in Deutschland. Ferner gehört sie der Deutschen Rabbinerkonferenz an. Ihre Autobiographie „So bin ich Rabbinerin geworden“ erschien im Jahr 2005. Außerdem schrieb sie ein Buch über die weltweit erste ordinierte, in Deutschland Mitte der 30er Jahre praktizierende und in Auschwitz ermordete Rabbinerin Regina Jonas.
Abschließend gab Elisa Klapheck ihren Zuhörerinnen auf den Weg, bei Problemen nicht anderen die Schuld zu geben, sich aber auch nicht einschüchtern zu lassen, den Problemen nicht auszuweichen, sondern sie mutig und stark anzupacken, zu durchdenken und zu versuchen, sie Schritt für Schritt zu lösen: „Dranbleiben, durchhalten, never give up!“.
Annette Schöneich, BPW Germany - Club Frankfurt am Main |
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